Festung Ananuri: das architektonische Juwel Georgiens
Am Ufer des Schinwali-Stausees, mit verschneiten Bergen im Hintergrund, erhebt sich eine der fotogensten Landschaften Georgiens: die Festung Ananuri. Dieses Ensemble aus Türmen, Mauern und Kirchen aus dem 13. Jahrhundert war jahrhundertelang das Lehen der Herzöge von Aragvi, Herren des strategischen Bergpasses in den Norden des Kaukasus.
Geschichte und Bedeutung von Ananuri
Im 13. Jahrhundert erbaut und bis ins 17. Jahrhundert erweitert, war Ananuri das Machtzentrum der Herzöge von Aragvi, die den Pass nach Russland kontrollierten. Im Jahr 1739 war sie Schauplatz einer blutigen Schlacht: Die Ksani besiegten die Aragvi und brannten die Festung nieder. Die Brandspuren sind noch heute in den Steinen der Außenmauer sichtbar.
Architektur: Türme, Mauern und mittelalterliche Kirchen
- Großer Turm (Scheupowari): der höchste, mit Panoramablick auf den Stausee
- Himmelfahrtskirche (17. Jh.): mit Flachreliefs aus verflochtenen Kreuzen und Weinranken an der Fassade
- Kleine Kirche (16. Jh.): teilweise restauriert
Ananuri in der georgischen Kultur und Folklore
Die Festung taucht in zahlreichen lokalen Legenden über die Herzöge von Aragvi und ihre blutigen Rivalitäten auf. Sie dient auch häufig als Kulisse für georgische Historienfilme und -serien.
Besuchstipps für Ananuri
Ananuri liegt 72 km nördlich von Tiflis an der Georgischen Heerstraße (A301). Es ist der erste natürliche Stopp auf der Route nach Kasbegi. Kombinierbar mit Gudauri und der Dreifaltigkeitskirche Gergeti für einen ganzen Ausflugstag.
- Eintritt: kostenlos
- Geschätzte Besuchszeit: 45–60 Minuten
- Anreise: eigenes Auto, Marschrutka nach Kasbegi oder organisierte Tour
Häufige Fragen
Ist der Eintritt in die Festung Ananuri kostenlos?
Ja, der Eintritt ist vollständig kostenlos. Es gibt keine offiziellen Öffnungszeiten; ein Besuch bei Tageslicht empfiehlt sich, um den Blick auf den Stausee zu genießen.
Wie kommt man von Tiflis nach Ananuri?
Mit dem Auto auf der Georgischen Heerstraße sind es ca. 72 km (1 Stunde). Marschrutkas Richtung Kasbegi fahren durch Ananuri; den Fahrer bitten, anzuhalten. Organisierte Touren ab Tiflis schließen sie meist ein.
Kann man im Schinwali-Stausee schwimmen?
Der Stausee ist ein Trinkwasserreservoir für Tiflis, daher ist Baden verboten. Das Ufer eignet sich jedoch hervorragend für ein Picknick und zum Fotografieren der Festung mit dem Wasser im Hintergrund.