Garni: der heidnische griechisch-römische Tempel aus dem 1. Jahrhundert und die Schlucht der Steinsymphonie

Garni ist das beliebteste Ausflugsziel von Eriwan aus und einer der außergewöhnlichsten Orte Armeniens. In der Region Kotajk gelegen, etwa 30 km von der Hauptstadt entfernt, konzentriert es auf kleinstem Raum drei erstklassige Attraktionen: den Tempel von Garni — der einzige erhaltene heidnische Tempel im griechisch-römischen Stil im Kaukasus —, die Burg Garni und die spektakuläre Schlucht mit den als „Steinsymphonie" bekannten Basaltsäulen.

Der Tempel von Garni: das hellenistische Juwel Armeniens

Der Tempel von Garni, im 1. Jahrhundert n. Chr. vom armenischen König Trdat I. erbaut, ist das einzige erhaltene Gebäude im griechisch-römischen Stil in Armenien und in der alten Welt des Kaukasus. Dem Sonnengott Mithras gewidmet, wurde der Tempel mit korinthischen Säulen und hohem Steinpodium im 17. Jahrhundert durch ein Erdbeben zerstört und zwischen 1969 und 1975 sorgfältig mit den Originalblöcken wieder aufgebaut. Das Ergebnis ist beeindruckend: ein perfekt erhaltener hellenistischer Tempel am Rand einer Schlucht.

Templo de Garni Armenia — único templo pagano greco-romano del Cáucaso, siglo I d.C.
Der Tempel von Garni, der einzige erhaltene heidnische Tempel im griechisch-römischen Stil in Armenien, erbaut im 1. Jahrhundert n. Chr.

Die Burg Garni und die historischen Thermen

Die Burg Garni aus dem 3. Jahrhundert thront auf demselben dreieckigen Vorgebirge über der Schlucht des Flusses Asawt wie der Tempel. Ihre Verteidigungsmauern bieten Panoramablicke auf die umliegenden Berge. Innerhalb des Geländes befinden sich auch die Überreste von hellenistischen Thermen mit gut erhaltenen Bodenmosaiken, die Meeresfiguren darstellen — eine Seltenheit im armenischen Kontext.

Die Steinsymphonie: hexagonale Basaltsäulen

Nur wenige Gehminuten vom Tempel entfernt, hinunter zum Fluss Asawt, liegt eine der faszinierendsten geologischen Landschaften Armeniens: die als „Steinsymphonie" bekannten hexagonalen Basaltsäulen. Diese natürlichen Formationen, entstanden durch die schnelle Abkühlung von Vulkanlava, bilden senkrechte Wände von bis zu 50 Metern Höhe am Flussufer und schaffen eine visuelle Komposition, die an eine riesige Pfeifenorgel erinnert.

Kulturfestivals in Garni

Garni beherbergt jedes Jahr das Festival für armenische Volksmusik und -tänze, das die kulturellen Traditionen des Landes mit Aufführungen des Kochari-Tanzes und anderer Regionaltänze feiert. Das Umfeld des Tempels bietet eine unvergleichliche Kulisse für diese Festivitäten.

Anreise nach Garni von Eriwan

Garni liegt 30 km von Eriwan entfernt (ca. 40 Minuten mit dem Auto). Es gibt Marschrutkas, die vom U-Bahnhof Gai in Eriwan abfahren. Der Besuch wird immer mit dem Kloster Geghard (8 km weiter) am selben Tag kombiniert.

Häufig gestellte Fragen

Wofür ist der Tempel von Garni bekannt?

Er ist der einzige erhaltene heidnische Tempel im griechisch-römischen Stil in Armenien und im gesamten Kaukasus. Im 1. Jahrhundert n. Chr. von König Trdat I. erbaut und dem Sonnengott Mithras gewidmet, wurde er im 17. Jahrhundert durch ein Erdbeben zerstört und zwischen 1969 und 1975 mit den Originalblöcken wieder aufgebaut.

Wie lange dauert die Fahrt von Eriwan nach Garni?

Garni liegt etwa 30 km von Eriwan entfernt, ungefähr 40 Minuten mit dem Auto oder Taxi. Es gibt Marschrutkas vom U-Bahnhof Gai. Der übliche Ausflug kombiniert Garni mit dem Kloster Geghard und der Schlucht der Steinsymphonie an einem ganzen Tag.

Was gibt es in Garni außer dem Tempel zu sehen?

Neben dem heidnischen Tempel kann man in Garni die Burg aus dem 3. Jahrhundert mit ihren Thermen und Mosaiken, die Schlucht des Flusses Asawt mit den hexagonalen Basaltsäulen (Steinsymphonie) und die heilenden Thermalquellen besuchen. Alles auf engstem Raum, der zu Fuß erkundet werden kann.