Bagrati-Kathedrale: das mittelalterliche Wahrzeichen Kutaissis

Auf einem Hügel über Kutaissi beherrscht die Bagrati-Kathedrale die Stadt mit der Autorität ihrer tausend Jahre Geschichte. Errichtet im 11. Jahrhundert unter König Bagrat III., war sie einst der größte und majestätischste Tempel ganz Georgiens. 1994 wurde sie von der UNESCO zum Welterbe erklärt — zusammen mit dem Kloster Gelati —, jedoch 2017 aufgrund der umstrittenen Restaurierung wieder aus der Liste gestrichen.

Catedral de Bagrati Kutaisi — monumento medieval siglo XI Georgia
Die Bagrati-Kathedrale beherrscht von ihrem Hügel aus die Silhouette Kutaissis

Geschichte: vom Ruhm bis zur osmanischen Kanone

Die Kathedrale wurde zwischen 1003 und 1018 unter König Bagrat III. erbaut, der die westgeorgischen Königreiche vereinte. Jahrhundertelang war sie das Symbol der Macht und des Glaubens Westgeorgiens. 1692 zerstörten die Osmanen sie bei ihrer Eroberung Kutaissis mit Sprengstoff: Sie sprengten das Dach und die Mittelsäulen und ließen die Kirche drei Jahrhunderte lang in Trümmern.

Die Restaurierungen des 21. Jahrhunderts bauten Dach und Teile des Inneren wieder auf, was eine intensive Kontroverse auslöste zwischen denen, die die authentischen Ruinen bewahren wollten, und denen, die die ursprüngliche Pracht wiederherstellen wollten. Genau aus diesem Grund strich die UNESCO den Standort 2017 aus ihrer Liste.

Architektur: der mittelalterliche georgische Stil in höchster Ausprägung

Die Bagrati-Kathedrale ist ein meisterhaftes Beispiel der mittelalterlichen georgischen Architektur: eingeschriebenes Kreuz als Grundriss, Mittelkuppel, dekorierte Apsiden und Fassaden mit feinen Skulpturreliefs. Die gemeißelten Kapitelle, die die osmanische Zerstörung überlebten, zeigen die Meisterschaft der georgischen Handwerker des 11. Jahrhunderts.

arquitectura medieval georgiana — iglesia piedra siglo XI detalles escultóricos
Die skulpturalen Details der Bagrati-Kathedrale zeugen von der Pracht der mittelalterlichen georgischen Kunst

Wie man Bagrati besucht und mit Gelati verbindet

Die Kathedrale liegt 10 Gehminuten vom Zentrum Kutaissis entfernt. Die Bagrati-Straße führt hinauf zum Hügel; von oben hat man einen außergewöhnlichen Panoramablick auf die Stadt und den Fluss Rioni. Kombinierbar mit dem Kloster Gelati (11 km) für einen vollständigen Besuch des mittelalterlichen Erbes Kutaissis. Eintritt kostenlos.

Häufige Fragen

Warum wurde Bagrati von der UNESCO-Liste gestrichen?

2017 strich die UNESCO die Bagrati-Kathedrale aus der Welterbeliste wegen der umstrittenen Restaurierungsarbeiten von 2009 bis 2012, bei denen Teile der Kirche mit modernen Materialien wiederaufgebaut wurden, was ihre historische Authentizität veränderte. Das Kloster Gelati bleibt auf der Liste.

Wann wurde die Bagrati-Kathedrale erbaut?

Zwischen 1003 und 1018 n. Chr., während der Regentschaft von König Bagrat III. von Georgien. Es war eines der ehrgeizigsten Architekturprojekte des frühen mittelalterlichen Georgiens.

Kann man Bagrati mit der Prometeus-Höhle verbinden?

Ja, problemlos. Von Kutaissi aus liegt die Prometeus-Höhle 20 km entfernt. Ein Taxi kann die Route Bagrati → Gelati → Prometeus-Höhle an einem ganzen Tag ab Kutaissi abfahren.