Wardsia: die Felsenstadt der Königin Tamar im Süden Georgiens
Im äußersten Süden Georgiens, wo der Fluss Mtkvari zwischen den Erusheti-Bergen nahe der türkischen Grenze mäandert, birgt der Berg ein außergewöhnliches Geheimnis: Wardsia, eine in basaltischen Fels gehauene Stadt, die auf Befehl von Königin Tamar im 12. Jahrhundert erbaut wurde. Mehr als 600 Kammern, verteilt auf 13 Ebenen, bilden eines der spektakulärsten Felsenbauwerke des gesamten Kaukasus und der Welt.
Geschichte von Wardsia: von der Festung zum Kloster
Der Bau von Wardsia begann 1185 unter der Herrschaft von Königin Tamar, einer mythischen Figur des georgischen Goldenen Zeitalters, und wurde in den 1190er Jahren vollendet. Der Komplex diente gleichzeitig als Festung, Kloster und Zufluchtsstadt, die im Falle einer Invasion bis zu 50.000 Menschen beherbergen konnte. Seine Lage an einer senkrechten Felswand und das Netz unterirdischer Gänge machten ihn nahezu uneinnehmbar.
Ein verheerendes Erdbeben zerstörte 1283 die vorderen zwei Drittel der Stadt und legte Kammern frei, die bis dahin von außen unsichtbar gewesen waren. Dennoch blieben die Mönche bis ins 16. Jahrhundert an diesem Ort.
Was in Wardsia zu sehen ist
Die Mariä-Himmelfahrt-Kirche und ihre Fresken
Das spirituelle Herzstück des Komplexes ist die Mariä-Himmelfahrt-Kirche, deren Wände mittelalterliche Fresken aus dem 12. Jahrhundert von außergewöhnlicher Qualität und Erhaltung bewahren. Besonders herausragend sind die zu Lebzeiten gemalten Porträts von Königin Tamar und ihrem Vater, König Giorgi III. – eine Seltenheit in der religiösen Kunst jener Zeit.
Die 600 in den Fels gehauenen Kammern
Königliche Gemächer, Mönchszellen, Keller, eine Bibliothek, eine Apotheke und ein Theater bilden das Labyrinth von Wardsia. Das Bewässerungssystem, das Wasser vom Fluss zu den oberen Terrassen leitete, zeugt von einem fortgeschrittenen Stand der Wasserbautechnik für das 12. Jahrhundert.
So besuchen Sie Wardsia von Tiflis oder Bordschomi aus
Wardsia liegt etwa 90 km von Bordschomi entfernt (2 Stunden mit dem Auto) und 350 km von Tiflis (ca. 4–5 Stunden). Die gängigste Route kombiniert Wardsia mit einer Übernachtung in Bordschomi oder Achalziche, wo sich die Rabati-Burg befindet. Die Stätte ist täglich geöffnet, der Eintritt beträgt 5 GEL. Destino Cáucaso nimmt Wardsia in seine Touren durch Südgeorgien auf.
Häufig gestellte Fragen
Wie viel Zeit benötige ich für den Besuch von Wardsia?
Es wird empfohlen, 2 bis 3 Stunden einzuplanen, um den Komplex in Ruhe zu erkunden, insbesondere wenn man die oberen Ebenen besichtigen und die Fresken der Kirche betrachten möchte. Der Besuch erfordert Gehen und das Hinaufsteigen von Felstreppen.
Steht Wardsia auf der UNESCO-Welterbeliste?
Wardsia ist Teil der Tentativliste Georgiens für die Nominierung zum Weltkulturerbe, wurde jedoch noch nicht offiziell eingetragen. Es ist als Nationales Kulturdenkmal Georgiens geschützt.
Wie kommt man von Tiflis nach Wardsia?
Von Tiflis gibt es Busse nach Achalziche und von dort Minibusse nach Wardsia. Mit dem eigenen Auto dauert die Fahrt etwa 4–5 Stunden. Viele Reisende verbinden Wardsia mit einem Halt in Bordschomi und der Rabati-Burg in Achalziche.